Hierarchien

Ebenso wie wir durch unseren physischen Leib mit der Luftumgebung und mit der Wärmeumgebung leben, ebenso leben wir durch unsere Gedanken mit der Umgebung der Hierarchie der dritten Ordnung, und wir leben durch unsere Gefühle und unsere Willensimpulse mit den Wesenheiten der Hierarchie der zweiten Ordnung und mit den Geistern des Willens (der ersten Ordnung). So stehen wir im Weltenall (siehe: Makrokosmos) drinnen. [1]

Die Angeloi, Archangeloi, Archai kann man in ihrer Geistigkeit erkennen, und man muß wissen, wenn man ihnen als Maler und dergleichen Gestalt gibt, daß sie diese sinnliche Gestalt nur dadurch haben, daß sie in die seelisch-geistigen Elemente eingewoben sind, in die Wesenheit der höheren Hierarchien. Wir müssen wissen, wenn wir ihnen zum Beispiel Flügel malen, daß diese Flügel von den Wesenheiten der zweiten Hierarchie sind, die ihnen ihre Substantialität leihen, daß sie aber ein Haupt von der ersten Hierarchie erhalten, die ihnen diese Gestaltung und deren Inhalt leihen. Wir müssen uns nur durchaus bewußt sein, daß wir das, was innerhalb der dritten Hierarchie ist – Angeloi, Archangeloi, Archai –, nur im Geiste erblicken können. Das hat eine ungeheuer große historische Bedeutung, weil Sie, wenn Sie Schriften aus alter Zeit übernehmen, die sozusagen intim von diesen geistigen Welten handeln, diese überhaupt nicht lesen können, ohne sich des Umstandes bewußt zu sein, daß durch das Hineinleben in die geistige Welt wir zunächst gewissermaßen die niedrigste Hierarchie auf geistige Art wahrnehmen, während wir die höheren Hierarchien noch mit den Ingredienzien der Sinneswelt wahrnehmen. Und Sie müssen sich bewußt sein, daß durch die alte Initiationsweisheit, die das durchaus ganz richtig so geschildert hat, wie ich es jetzt schildere, allmählich in den Zeiten der Dekadenz des Spirituellen in allerlei Mißverständnisse hineingekommen ist. So finden wir bei den mehr weltlich gearteten Initiierten des Mittelalters die Sache immer so geschildert, daß der Erde nahestehen als die niedrigsten Hierarchien die Seraphim, Cherubim, Throne, und daß man aufsteigt durch Dynamis, Kyriotetes, Exusiai zu den Engeln, Erzengeln und Urkräften. Sehen Sie sich nur einmal mittelalterliche Bücher an, die illustriert sind, so werden Sie sich nicht auskennen und werden fragen, warum die Engel über den Seraphim sitzen. Das ist, weil man diese Vorgänge nicht mehr genau intim kannte und nicht mehr ganz organisch sich vorstellte. Der Irrtum entstand namentlich, als die ursprünglich ganz reine Lehre schon während der Zeit der jüdisch-babylonischen Gefangenschaft in der vorchristlichen Zeit durch die Berührung der Juden mit den Babyloniern sich verunreinigt hat an den Symbolen der Babylonier, und durch die Kabbala, durch die mittelalterliche jüdische Mystik, hat dieser Irrtum von der Rangordnung der geistigen Hierarchien sich weiter ausgebreitet. 346 248f

Das Schauen des Geistes in die Welt des Übersinnlichen ist den Seelen verloren gegangen. Heute, wenn die Seelen geboren werden, treten sie der physischen Welt gegenüber durch ihre leiblichen Sinnesorgane und sehen nur mehr das äußere Physische. Dasjenige, was das äußere Physische umspielt als das Geistig-Seelische in den Wesenheiten der höheren Hierarchien, das können sie nicht mehr schauen. [2]

Alle diese Reiche (der höheren Hierarchien) darf man nicht etwa in der Weise verstehen wollen, daß man Namen erfindet, die nun für die eine oder die andere Wesenheit immer gelten sollen. Die Namen, die man gebrauchen kann, sind zumeist nicht Namen, die Individualitäten bezeichnen, sondern Namen, die gleichsam Würden oder Ämter bezeichnen. Wenn man also einen Namen nennt für eine Wesenheit, die während der Sonnenzeit gewirkt hat, so kann man denselben Namen nicht mehr gebrauchen (für diese Individualität), wenn man diese Wesenheit bezeichnen will in bezug auf ihr Erdenwirken, denn da ist sie weiter fortgeschritten. [3] Ich habe mich nicht gescheut, für die höheren geistigen Wesenheiten die Namen anzuwenden, welche in den ersten christlichen Jahrhunderten üblich waren. Der Orientale würde andere Namen wählen. [4]

Die Wesen der höheren Hierarchien sind nicht bloß Gedankenwesen, sie sind reale Wesen, sie haben Substanz, und dasjenige, was sie an Substanz haben, das erleben wir nicht in unseren Gedanken, sondern in unserem Willen, namentlich in dem von der Liebe durchwalteten Willen. Und indem wir hineinstellen die moralischen Impulse in die Welt, die sonst für uns nur eine Bilderwelt ist, holen wir herunter die Substanz der höheren Wesen in unsere Welt. Was wir wirklich aus moralischen Impulsen heraus tun, heißt nichts anderes, als die Substanz der Wesen der höheren Hierarchien in unsere Welt herunterzuholen. [5] Wie die Dinge um uns herum sich zu uns verhalten, so verhalten wir uns selber zu den Wesenheiten der höheren Hierarchien: die stellen uns vor, die denken uns. Wir werden aufgenommen von ihnen, wie wir selber aufnehmen die Pflanzen, Tiere und Menschen. Und wir müssen uns geborgen fühlen, indem wir uns sagen können: Es denken uns die Wesen der höheren Hierarchien, sie stellen uns vor. Diese Wesen der höheren Hierarchien, sie ergreifen uns mit ihren Seelen. [6]

Wir schlafen nicht nur während der Nacht, sondern auch während des Tages. Wir sind uns nicht voll bewußt des ganzen inneren Erlebens, und insofern wir bei Tage schlafen, leben bei Tage auch in uns die Wesenheiten der höheren Hierarchien. In diesem Ich leben, von der geistigen Welt aus ihre Impulse hereinerstreckend, die Angeloi, die Archangeloi und die Archai. In dem, was am allermeisten schläft, in dem entschiedenen Wollen, lebt zunächst die Kraft der Archai. Es leben schon auch die Angeloi und die Archangeloi im Wollen, aber die tiefsten Impulse des Wollens kommen immer von den Archai. Im Gefühle des Menschen lebt die Kraft der Archangeloi und in seinem Denken die Kraft der Angeloi. Man kann sagen: als unbewußtes Selbsterlebnis sind in uns die Willen gebenden Archai, die Gefühle gebenden Archangeloi und die Denken gebenden Angeloi. Und das alles strebt und webt in das Ich hinein und wird zuletzt zu dem, was der Mensch eben sein inneres Seelenleben nennt. [7]

Astral-, Äther- und physischer Leib sind mit Kräften durchsetzt von den Wesenheiten der höheren Hierarchien. Das aber hindert nicht, daß diese heraufspielen in das bewußte Ich, daß aus den verborgenen Tiefen des Menschenwesens diese Kräfte zufliessen, heraufspielen in das bewußte Ich. [8]

Der Mensch wird im Augenblick, wo er durch die Pforte des Todes geht, aufgenommen von einer Mehrzahl von geistigen Wesenheiten. Wir haben unseren persönlichen führenden Geist aus der Hierarchie der Angeloi; darüberstehend aber haben wir die Geister aus der Hierarchie der Archangeloi, die sich sogleich einschalten, wenn der Mensch durch die Pforte des Todes geht, so daß er dann sofort sein Dasein in gewisser Beziehung in der Mehrzahl hat, weil viele Archangeloi in sein Dasein eingeschaltet sind. Wenn also der Mensch stirbt und sich in die geistige Welt wieder hineinlebt, entwickeln sich diese drei Glieder (Manas, Buddhi, Atma), gewissermaßen vordeutend ein zukünftiges Menschheitsdasein, sehr deutlich. Also geradeso wie der Mensch sich in seinem jetzigen Leben geistig-seelisch zwischen Geburt und Tod entwickelt, hat er auch nach dem Tode eine deutliche Entwickelung, nur daß er dann, gleichsam wie an einer Nabelschnur, an den geistigen Wesenheiten der höheren Hierarchien dranhängt. [9]

Mit einem Wesen aus der Hierarchie der Angeloi, mit dem kommen Sie nicht dadurch zusammen, daß Sie seine Hand angreifen, sondern Sie kommen mit ihm dadurch zusammen, daß Sie so mit ihm zusammen leben, wie Sie hier mit Ihren Gedanken, mit Ihren Gefühlen zusammen leben. In die Gedanken, in die Gefühle herein kommen diese Wesenheiten. Wirklich, wir drücken es richtig aus, wenn wir sagen: diese Wesenheiten leben in uns. [10] Es wird ganz unmöglich sein, irgend etwas Besonderes zu wissen über den Aufbau der hierarchischen Ordnung der höheren geistigen Wesenheiten, wenn man nicht auf das Bewußtsein dieser höheren geistigen Wesenheiten eingeht. Man weiß wirklich (erst) etwas über diese höheren Wesen, wenn man weiß, in welchem Bewußtseinszustand jedes dieser Wesen lebt. [11]

Dafür, daß wir Geisteswissenschaft studieren, kommt uns aus der geistigen Welt Hilfe. Es sind nicht bloß die Dinge, die wir lernen, die Erkenntnisse, sondern es sind die Wesen der höheren Hierarchien selber, die uns helfen, wenn wir von ihnen wissen. [12]

Wir nennen mit Recht diese Welt der Sinneserscheinungen eben eine Erscheinungswelt, eine Welt der Phänomene. Das ist aber nur deshalb richtig, weil wir Menschen zunächst mit dem gewöhnlichen Bewußtsein von dieser Welt weiter nichts wahrnehmen als eben diese Phänomene, die Erscheinungen, den äußeren Schein; wie der Morgenländer sagt: die Maya. Aber in dem Augenblicke, wo das Bewußtsein aufwacht und imaginativ (siehe: Imagination) wird, erfüllt sich diese ganze Sinneswelt, oder besser gesagt sogar, sie verwandelt sich in eine Welt webender Bilder, diese Welt zeigt sogleich in sich eingewoben die Welt der Angeloi, der Engel. Und kommen wir zur Inspiration, so werden wir überall aus dieser Welt heraus inspiriert. Sie verwandelt sich in eine Inspirationswelt. In diese Inspiration weben sich ein die Wesenheiten der Archangeloi, der Erzengel. Die Welt der Intuitionen ist es dann, die wir später erleben. Da dringen wir vor, statt daß wir sonst nur die Sinneswelt vor uns haben, zu der Welt der Archai. Nun, allerdings, wenn wir um uns herum vorgedrungen sind zu der Welt der Archai, dann ist es uns auch möglich, mit Hilfe dieser Welt der Archai wiederum zurückzublicken auf das, was wir schon aus höheren Hierarchien in früheren Leben zwischen Tod und einer neuen Geburt erfahren haben. Wir werden gewahr, wie nun hinter den Archai innerhalb dieser Welt die Wesenheiten liegen, die in der Bibel die Elohim genannt werden, die Exusiai. [13] Wenn Sie das Denkerlebnis, in dem Sie sich verbunden fühlen mit dem Umkreis, wirklich in sich entwickeln, (so) haben Sie ja durch das Denkerlebnis zuletzt den Eindruck der dritten Hierarchie: Angeloi, Archangeloi, Archai. [14]

Der Blick, der bis zu den Weltenweiten gegangen ist, wenn er sich fortsetzt durch das Erinnerungserlebnis, sieht in die Dinge hinein. Also nicht, daß Sie noch weiter hinausdringen in unbestimmte abstrakte Weiten, sondern der fortgesetzte Blick, der sieht in die Dinge hinein; er sieht das Geistige in allen Dingen. Er sieht zum Beispiel im Lichte die wirkenden geistigen Wesenheiten des Lichtes und so weiter; er sieht in der Finsternis die in der Finsternis wirksamen geistigen Wesenheiten. So daß wir sagen können: das Erinnerungserlebnis, das führt in die zweite Hierarchie (Exusiai, Dynamis, Kyriotetes) hinein. [15]

Sie können nicht innerlich mit vollem Bewußtsein ergreifen, wie Sie meinet-willen vor zwanzig Jahren sich verhalten haben in der Geste bei irgendeinem äußeren Anlasse, ohne daß Sie, wenn Sie die Sache wirklich innerlich tief und ernst und energisch nehmen, auch dazu kommen, nun die Gemeinschaft des Geistigen und Physischen in allen Dingen aufzufassen. Dann sind Sie aber bei dem Erleben der ersten Hierarchie angekommen. Das Erinnerungserlebnis, es läßt uns selbst Morgenröte werden, wenn wir der Morgenröte gegenüberstehen. Es läßt uns alle Wärme der Morgenröte fühlen, innerlich erleben. Wenn man aber aufsteigt zu dem Gestenerlebnis, dann wird dasjenige, was in der Morgenröte uns entgegentritt, sich vereinigen mit allem, was überhaupt Farbiges, Tönendes im Objektiven uns erleben läßt. Wir lernen erkennen, wenn wir noch den Blick hinrichten auf die Morgenröte, wenn sie uns noch fast so erscheint, wie vorher bei dem bloßen Erinnerungserlebnis, wir erfahren wie die Throne sind. Und dann löst sich die Morgenröte auf. Das Farbige wird Wesen, wird lebendig, wird seelisch, wird geistig, wird Wesen, spricht uns davon, wie das Verhältnis der Sonne zur Erde ist, wie es einstmals in der alten Sonnenzeit gewesen ist, spricht uns so, daß wir erfahren, was Cherubime sind. Und dann, wenn wir enthusiasmiert und ehrfurchtsvoll hingerissen von dieser zweifachen Offenbarung der Morgenröte, von der Thronen-Offenbarung und der Cherubim-Offenbarung, in der Seele weiterleben, dann dringt uns in unser eigenes Inneres herein aus dieser lebendig wesenhaft gewordenen Morgenröte dasjenige, was das Wesen der Seraphime ausmacht. [16]

Über den Seraphim stehen dann göttliche Wesenheiten von solcher Erhabenheit, daß das menschliche Fassungsvermögen nicht ausreicht, um sie zu begreifen. [17] Wenn wir über die Seraphim hinaufgehen würden, so würden wir in das Gebiet der göttlichen Trinität hineinkommen. Was ist es denn, was die Seraphim, Cherubim, Throne als etwas ganz besonderes haben vor allen anderen Wesenheiten in der Welt? Sie haben, was man genannt hat den «unmittelbaren Anblick der Gottheit». Sie sehen die Gottheit in ihrer ursprünglichen, wahren Gestalt, so wie diese Gottheit ist. Sie selber aber sehen sich nur wie die Vollstrecker des göttlichen Willens, der göttlichen Weisheit an. [18] Wenn wir heruntergehen zu der nächsten Hierarchie, zu den Exusiai, Dynamis, Kyriotetes, so müssen wir sagen: sie haben den Anblick der Gottheit nicht mehr so unmittelbar; sie sehen die Gottheit nicht mehr in der ursprünglichen Gestalt, wie sie ist, sondern in ihren Offenbarungen. [19] (Siehe auch: Lenkung der Erdentwickelung).

Hierarchien – Rangordnung

Der Name Jehova (siehe: Jahve) bezeichnet nicht ein einzelnes Wesen, sondern eine Rangordnung in der Hierarchie. Viele Wesen können den Jehova-Rang einnehmen oder in ihn hineinrücken. Eliphas Levi hat wiederholt betont, daß man es bei der Bezeichnung wie Jehova, Archangeloi, Angeloi und so weiter mit Rangordnungen zu tun hat. [20] Die Namen der Hierarchien (siehe: Dionysius Areopagita) sind keine Eigennamen, sondern Namen für gewisse Bewußtseinsstufen des großen Universums, und die Wesen rücken von einer Stufe zur anderen. [21] Alle diese Hierarchien sind in einer steten Entwickelung begriffen. [22] Daher hat auch jede Hierarchie eben zahllose Grade und Abstufungen. [23]

Hierarchien-Aufstieg

Michael hat eine Erhebung in eine höhere Stufe, vom Volksgeist zum Zeitgeist durchgemacht dadurch, daß er vom Sendboten Jahves zum Sendboten des Christus geworden ist. Es ist nicht damit getan, daß man von Michael spricht, weil man, gerade wenn man die Menschheitsevolution verstehen will, den Michael in seiner Evolution verstehen muß, daß er dasselbe Wesen ist, das den Ton angegeben hat zur Vorbereitung des Mysteriums von Golgatha, und jetzt in unserer Zeit den Ton angibt für das Verständnis des Mysteriums von Golgatha. Dazumal aber war er ein Volksgeist, und jetzt ist er ein Zeitgeist. Wir haben Michael verfolgen können, einen Geist, der sozusagen aufgestiegen ist, der, um der Menschheit einen neuen Impuls zu vermitteln, aufgestiegen ist oder aufsteigt aus dem Range der Archangeloi zum Range der Archai. Der Platz wird ausgefüllt durch eine andere Wesenheit, die nachkommt. [24] Solange der Mensch auf Erden weilt, wie hoch er auch stehen mag, kann man immer bei jedem Menschen von jener Individualität sprechen, die ihn leitet von Inkarnation zu Inkarnation. Die individuelle Führung der Menschen unterliegt den Angeloi. Wenn ein Mensch vom Bodhisattva zum Buddha wird, dann wird sozusagen sein Angelos frei. Solche Angeloi sind es dann, die nach Erfüllung ihrer Mission aufsteigen in die Reiche der Archangeloi (siehe dazu: Buddha). So ergreifen wir an einem Punkte wirklich das Aufsteigen eines Archangelos zum Wesen der Archai und das Aufsteigen eines Angelos zum Archangelos. [25]

Entwickelungsstand der Hierarchien

Schon während früherer Verkörperungen unserer Erde haben diese verschiedenen geistigen Wesenheiten zusammengewirkt, nur daß dieses Zusammenwirken in einer von der gegenwärtigen verschiedenartigen Weise stattgefunden hat. Jedesmal, wenn eine neue Verkörperung auftrat, also Saturn-, Sonnen-, Mond- und Erdenzustand, gab es eine andere Art des Zusammenwirkens dieser hierarchischen Wesenheiten, weil nämlich jeder dieser Zustände, durch die unsere Erde hindurchgegangen ist, eine besondere Aufgabe darstellt, die sich diese hierarchischen Wesenheiten setzten. Wir können durchaus davon sprechen, daß jeder der Zustände, die unsere Erde durchgemacht hat, und die Zustände, die sie noch durchmachen wird, eine besondere Mission in der kosmischen Entwickelung bedeuten und bedeutet haben. [26]

Will man die gegenwärtige Sachlage ganz richtig bezeichnen, so muß man sagen: (Heute) lebt der Mensch auf der Erde dem Jupiter entgegen. Die Lunar-Pitris (Angeloi) leben auf dem Jupiter der Venus entgegen und die Feuergeister (Archangeloi) leben auf der Venus dem Vulkan entgegen. Ist ein Wesen auf der Vulkanstufe selbst angelangt, so ist es zu einem schaffenden geworden. In dieser Lage sind nun während der Erdentwickelung des Menschen die Geister der Form, die Exusiai. Sie sind deshalb die Schöpfer des irdischen Menschen. Jahve ist ihr Repräsentant. [27] Unbeschränkt (in Kräften und Fähigkeiten) ist nichts, auch nicht unter den Wesenheiten der höheren Hierarchien. [28]

Hierarchien – Beziehungen untereinander

Wir dürfen uns aber nicht denken, daß wir nun diese Gebiete (der einzelnen Hierarchien) streng voneinander scheiden können, daß wir feste Grenzen zwischen ihnen ziehen können. Unser ganzes (physisches) Erdenleben beruht ja darauf, daß Wäßriges und Luftförmiges und Festes ineinanderwirken, daß die Wärme alles durchdringt und durchsetzt. Es gibt kein Festes (beispielsweise), das nicht in irgendeinem Wärmezustand wäre. Die Wärme finden wir allüberall in den anderen elementarischen Daseinsstufen. Daher dürfen wir sagen: Wir finden auch das Wirken der Elohim, das eigentliche Kraftelement des Wärmehaften, allüberall. Es hat sich überall hineinergossen. Wenn es auch zu seiner Voraussetzung haben mußte die Tätigkeit der Geister des Willens, Throne, der Geister der Weisheit, Kyriotetes, der Geister der Bewegung, Dynamis, so durchdrang es doch während des Erdendaseins, dieses Element der Wärme, das die Manifestation der Geister der Form ist, all die niederen Stufen des Daseins. – So werden wir im Festen nicht nur gleichsam die substantielle Grundlage, den Leib der Throne finden, sondern wir sehen diesen Leib der Geister des Willens durchsetzt und durchwoben von den Elohim selber, von den Geistern der Form. [29]

Zitate:

[1]  GA 167, Seite 37   (Ausgabe 1962, 312 Seiten)
[2]  GA 140, Seite 220f   (Ausgabe 1980, 374 Seiten)
[3]  GA 113, Seite 73   (Ausgabe 1982, 228 Seiten)
[4]  GA 121, Seite 12   (Ausgabe 1982, 214 Seiten)
[5]  GA 156, Seite 163   (Ausgabe 1967, 183 Seiten)
[6]  GA 275, Seite 87   (Ausgabe 1980, 182 Seiten)
[7]  GA 161, Seite 14f   (Ausgabe 1980, 292 Seiten)
[8]  GA 143, Seite 51f   (Ausgabe 1970, 248 Seiten)
[9]  GA 293, Seite 64   (Ausgabe 1980, 216 Seiten)
[10]  GA 163, Seite 129   (Ausgabe 1975, 152 Seiten)
[11]  GA 163, Seite 34   (Ausgabe 1975, 152 Seiten)
[12]  GA 168, Seite 112   (Ausgabe 1968, 230 Seiten)
[13]  GA 208, Seite 34   (Ausgabe 1981, 220 Seiten)
[14]  GA 232, Seite 19   (Ausgabe 1974, 222 Seiten)
[15]  GA 232, Seite 20   (Ausgabe 1974, 222 Seiten)
[16]  GA 232, Seite 22f   (Ausgabe 1974, 222 Seiten)
[17]  GA 93a, Seite 98   (Ausgabe 1972, 286 Seiten)
[18]  GA 110, Seite 160f   (Ausgabe 1981, 198 Seiten)
[19]  GA 110, Seite 161   (Ausgabe 1981, 198 Seiten)
[20]  GA 93a, Seite 58   (Ausgabe 1972, 286 Seiten)
[21]  GA 93a, Seite 98   (Ausgabe 1972, 286 Seiten)
[22]  GA 124, Seite 246   (Ausgabe 1963, 254 Seiten)
[23]  GA 110, Seite 179   (Ausgabe 1981, 198 Seiten)
[24]  GA 152, Seite 72f   (Ausgabe 1980, 176 Seiten)
[25]  GA 152, Seite 74   (Ausgabe 1980, 176 Seiten)
[26]  GA 121, Seite 95   (Ausgabe 1982, 214 Seiten)
[27]  GA 262, Seite 86   (Ausgabe 1967, 355 Seiten)
[28]  GA 140, Seite 218   (Ausgabe 1980, 374 Seiten)
[29]  GA 122, Seite 116   (Ausgabe 1961, 200 Seiten)

Quellen:

GA 93a:  Grundelemente der Esoterik (1905)
GA 110:  Geistige Hierarchien und ihre Widerspiegelung in der physischen Welt. Tierkreis, Planeten, Kosmos (1909)
GA 113:  Der Orient im Lichte des Okzidents. Die Kinder des Luzifer und die Brüder Christi (1909)
GA 121:  Die Mission einzelner Volksseelen im Zusammenhang mit der germanisch-nordischen Mythologie (1910)
GA 122:  Die Geheimnisse der biblischen Schöpfungsgeschichte. Das Sechstagewerk im 1. Buch Moses (1910)
GA 124:  Exkurse in das Gebiet des Markus-Evangeliums (1910/1911)
GA 140:  Okkulte Untersuchungen über das Leben zwischen Tod und neuer Geburt. Die lebendige Wechselwirkung zwischen Lebenden und Toten (1912/1913)
GA 143:  Erfahrungen des Übersinnlichen. Die drei Wege der Seele zu Christus. (1912)
GA 152:  Vorstufen zum Mysterium von Golgatha (1913/1914)
GA 156:  Okkultes Lesen und okkultes Hören (1914)
GA 161:  Wege der geistigen Erkenntnis und der Erneuerung künstlerischer Weltanschauung (1915)
GA 163:  Zufall, Notwendigkeit und Vorsehung. Imaginative Erkenntnis und Vorgänge nach dem Tode (1915)
GA 167:  Gegenwärtiges und Vergangenes im Menschengeiste (1916)
GA 168:  Die Verbindung zwischen Lebenden und Toten (1916)
GA 208:  Anthroposophie als Kosmosophie – Zweiter Teil:. Die Gestaltung des Menschen als Ergebnis kosmischer Wirkungen (1921)
GA 232:  Mysteriengestaltungen (1923)
GA 262:  Rudolf Steiner / Marie Steiner-von Sivers: Briefwechsel und Dokumente 1901–1925 (1901-1925)
GA 275:  Kunst im Lichte der Mysterienweisheit (1914/1915)
GA 293:  Allgemeine Menschenkunde als Grundlage der Pädagogik (1919)