Elementarwesen des Äthers

Ebenso wie die niedrigen Elemente, Erde, Wasser, Luft, so auch die höheren Elemente, die ätherischen Elemente, Licht (Lichtäther), der chemische Äther, der Lebensäther (alle siehe unter: Ätherarten), sind gewissermaßen bewohnt von elementarischen Wesenheiten. Nur unterscheiden sich diese elementarischen Wesenheiten sehr stark von den Elementarwesenheiten der niederen Elemente.

Die Wesenheiten des Lichtes, aber namentlich die Wesenheiten des Lebens, die streben eben nicht nach der Vielheit. Am stärksten streben nach der Vielheit die Wesen des erdigen Elementes. Die Wesenheiten der ätherischen Elemente, die Streben nach der Einheit. Man kann sie gar nicht eigentlich so richtig voneinander unterscheiden. Die Individualitäten sind da nicht ausgeprägt. Diese Wesenheiten streben das eine in das andere hinein sich zu verbinden. Eine ältere Einweihungskraft, von denen dann die tieferen Lehren des Alten Testamentes herrühren, die hat die Erkenntnis vorzugsweise nach diesem ätherischen Elemente hingewendet. Und nach diesem Zusammenstreben des ätherischen Elementes in das eine bildete sich der Eindruck, der dann im Monotheismus des Judentums sich auslebte.

Nun, wenn diese Wesenheiten wiederum unbeachtet gelassen werden von den Menschen, wenn die Menschen sich nicht zur Spiritualität hinwenden und sich sagen: Da oben ist nicht nur die Sonne, sondern mit Sonnenwärme und Sonnenlicht dringen aus dem Äther Wesenheiten auf die Erde herunter –, wenn die Menschen eben beim äußeren Erfassen des Materiellen stehenbleiben, dann finden diese Wesenheiten die Möglichkeit, sich mit dem Luziferischen zu verbinden. So daß, wenn die Menschheit nicht erfaßt auf der einen Seite die Gefahr, die von dem Ahrimanischen droht durch die Verbindung des Ahrimanischen mit denjenigen Wesenheiten, die in den niederen Elementen leben, und diejenige Gefahr, die von dem Luziferischen droht durch die Verbindung des Luziferischen mit dem Einheitsstreben der ätherischen Elemente, dann würde die Möglichkeit bestehen, daß in der Erdenzukunft aus der Erde etwas ganz anderes würde, als nach den Anfangsabsichten aus der Erde eigentlich werden soll. [1]

Indem wir zu diesen Lichtwesen hinaufgehen, zu den elementarischen Wesen des Äthers, kommen wir zu einer anderen äußeren Welt. Während Ahriman mit seinen Mächten einziehen kann in die menschliche Wesenheit, wenn sich der Mensch der Erkenntnis des Geistigen verschließt, kann Luzifer mit den Mächten, die im Ätherischen sind, in den Menschen einziehen, wenn der Mensch die rechte Vertiefung in sein Inneres versäumt. Und so stehen heute die feindlichen Mächte von oben und von unten da vor dem Menschen. Und die Mächte, die in der Wärme leben, die im Wechsel von Sommer und Winter fluten, diese in der flutenden Wärme lebenden Feuergeister, die aber auch in unserem Blute leben, das uns mit Wärme durchpulst, die bilden die Vermittler zwischen dem luziferischen und dem ahrimanischen Element. [2]

Zitate:

[1]  GA 212, Seite 154f   (Ausgabe 1978, 178 Seiten)
[2]  GA 211, Seite 207f   (Ausgabe 1986, 223 Seiten)

Quellen:

GA 211:  Das Sonnenmysterium und das Mysterium von Tod und Auferstehung. Exoterisches und esoterisches Christentum (1922)
GA 212:  Menschliches Seelenleben und Geistesstreben im Zusammenhange mit Welt- und Erdentwickelung (1922)