Quesnay, François
Wir sehen, wie seit dem 15., 16., 17. Jahrhundert, insbesondere seit dem 18. Jahrhundert, das Wirtschaftsleben immer komplizierter und komplizierter wird. Wir sehen, wie sich da die Notwendigkeit entwickelt, dieses Wirtschaftsleben, das früher selbst bis in die Städtekultur hinein, bis in das Zunftwesen hinein mehr instinktiv geführt worden ist, nun aus dem unbewußten Denken herauszuführen. Man braucht aber auch nur auf Leute hinzuschauen, welche unter den geistigen Begründern der neueren Wirtschaftswissenschaften zu nennen sind, auf Geister wie den Franzosen François Quesnay und den Engländer Adam Smith, und man wird finden, wie in dem weltgeschichtlichen Zeitabschnitt, in dem es nötig geworden ist, vom Geiste aus die Wirtschaft zu ergreifen, das wissenschaftliche Denken selber ohnmächtig geworden ist, über das Wirtschaftsleben hin irgendwelche Gesichtspunkte auszubreiten. Sowohl Quesnay, der Franzose, der mehr aus naturwissenschaftlichen Untergründen heraus eine Volkswirtschaftslehre begründen wollte, wie auch Smith, der Engländer, der eine ebensolche Volkswirtschaftslehre begründet hat, sie haben beide im Grunde genommen aus wenigen, axiomatisch aussehenden Grundsätzen wie «die Geltung des Privateigentums» und «die wirtschaftliche Freiheit des menschlichen Individuums» die ganze Volkswirtschaft konstruieren wollen.
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Zitate:
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GA 335, Seite 285f |
(Ausgabe 2005, 498 Seiten) |
Quellen:
| GA 335:
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Die Krisis der Gegenwart und der Weg zu gesundem Denken (1920) |